Mittwoch, 7. März 2012

Auschwitz und Manggha


05.03.
Der Tag war nicht wirklich spannend zum berichten. Ich hab ein paar Sachen für die Uni erledigt.

06.03.
Wege zum Sterben
Diese Wörter sind mir in den Sinn gekommen, als wir heute im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau waren und über die unzähligen Möglichkeiten, wie man als Insasse ums Leben kommen konnte, aufgeklärt wurden. Natürlich hatte man das schon alles irgendwann mal zur Schulzeit, aber wenn man in einer Gaskammer drin ist, vor den Galgen steht oder sich die engen Schlafplätze ansieht, hinterlässt das doch einen ganz anderen Eindruck. Allerdings war es irgendwie nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Rationalisierung, die hinter den Konzentrationslagern steckte, hat die Einzelschicksale soweit in den Hintergrund gerückt, dass ich mich emotional irgendwie nicht so sehr betroffen gefühlt habe. Aber vielleicht war das auch besser so. Es wäre auch nur schwer vorstellbar, so ein Leben einfach nachzuempfinden.
Fotos habe ich absichtlich keine gemacht. Das erschien mir irgendwie unpassend.
Jedenfalls wurden wir durch verschiedene Baracken geführt, in denen unter anderem Massen an Schuhen, Brillen, Haarbüschel, etc., eben allem was den Insassen abgenommen wurde, ausgestellt waren. Wir haben uns angesehen, unter welchen Bedingungen die Insassen „leben“ mussten, wo sie starben und wie sie heute geehrt werden.
Der Rest des Tages war ich in Gedanken versunken und geistesabwesend, wobei ich es doch noch hinbekommen habe, mir ein Handy zu kaufen.

07.03.
Der heutige Tag war fröhlicher. Ich bin am Nachmittag zum japanischen Museum „Manggha“ aufgebrochen. Dort werden derzeit Farbholzschnitte von Hokusai und Hiroshige ausgestellt. Obwohl die Ausstellung nicht allzu groß ist, habe ich doch eine ganze Weile dort verbracht, da ich mir so ziemlich alles durchgelesen habe. Fotos dürfte man allerdings nicht machen, sodass auch dieser Eintrag ohne Foto bleibt.
Anschließend habe ich mir noch ein Paar Stäbchen gekauft und einen grünen Tee getrunken und dann gings auch schon wieder zurück.
„Manggha“ ist übrigens das Pseudonym von Feliks Jasieński, der 1920 seine Sammlung japanischer Kunstgegenstände an das Nationalmuseum in Krakau gespendet hatte.

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