Samstag, 29. September 2012

Es wird Alltag

So mal wieder ein neuer Eintrag.

Der letzte war von letzte Woche Freitag, also schließe ich daran an. Der Samstag, Sonntag und Montag war an sich nicht sonderlich spannend, da ich für den Test gelernt habe, um ein Level höher zu kommen. Nur am Sonntag war ich abends mit Kristin und Stefan (beide waren/sind an meiner Uni in Halle) in Shinjuku Karaoke singen. Eigentlich waren noch ganz viele Japaner von der Keio (also meiner Uni) eingeladen, aber die hatten wohl alle offenbar keine Zeit. Anschließend gingen wir noch in ein Izakaya (Bar). War auf jeden Fall toll nach 2 Jahren mal wieder Stefan zu sehen. :)
Dienstag war dann der erste Unterricht und später dann der Test. Trotz der Lernerei hat es leider nur für 70% gereicht. 80% wären zum Aufsteigen nötig gewesen. Das eine Jahr ohne Japanischunterricht scheint doch seine Spuren hinterlassen zu haben. Zumindest konnte ich die meisten Kanji. Nunja, also werde ich nun das halbe Jahr hier in Level 3 verbringen.
Am Mittwoch habe ich mich ausgeruht. Da es Anfang der Woche kälter geworden ist, habe ich mich wohl etwas erkältet (die Aircons überall waren daran auch nicht unbeteiligt). Nur am Abend war ich noch beim Kulturtreff vom Goethe-Institut, wo es um die Thema Sparen ging. War sehr aufschlussreich. Die japanischen Frauen haben beispielsweise viel für Louis Feuton?-Taschen übrig. Aber es gibt auch, ähnlich wie in Deutschland, Spenden von Waren, deren MHD überschritten ist; z.B. an Obdachlosenorganisationen.
Am Donnerstag war dann wieder regulären Unterricht, Freitag waren Zusatzkurse, zu denen ich jedoch nicht hingehen werde, da sie dann doch zu einfach für mich sind.

Für Donnerstag und Freitag hatte ich übrigens noch Mitbewohner. Im Tatamizimmer waren zwei Indonesier einquartiert. Die Frau dürfte dann noch einen Kimono anprobieren.


Das erwartet dich dann auch noch mein Schatzi. *hehe* :) Hat ca. 45 min gedauert, bis sie den anhatte.

Heute hatte ich dann auch noch regilären Unterricht, ja genau, am Samstag. :( Das war auch ein Grund warum ich eigentlich in den höheren Kurs wollte. Aber naja, dafür habe ich dann am Montag frei.
Am Montag kommt übrigens auch noch ein Taifun auf Tokyo zu, aber zum Glück muss ich nicht außer Haus.

Freitag, 21. September 2012

Placementtest und so

So, der letzte Eintrag ist nun schon ein paar Tage her. In diesem Rhythmus wird es aber wohl auch die nächsten Einträge geben.

Zuerst noch ein nachträgliches Bild sowie eine Korrektur zum letzten Eintrag. Ich hatte geschrieben, dass die zweite Tochter meiner Gasteltern zu Besuch gekommen ist. Aber in Wirklichkeit war ihr Mann der jüngere Sohn meiner Gasteltern. Auf Nachfrage habe ich herausgefunden, dass sie 4 Kinder haben :O Ganz schön viel für Japaner. Da vorgestern noch der älteste Sohn meiner Gasteltern samt Frau/Freundin zu Besuch kam, habe ich bisher also 3 kennengelernt.

Hier nun noch das Foto (von meinem Gastvater aufgenommen):


Nun zu dieser Woche:
Was ich am Montag gemacht habe weiß ich gar nicht mehr genau, wahrscheinlich gelernt. Scheint wohl nicht sonderlich wichtig gewesen zu sein.

Dienstag war dann der große Tag. Der Placementtest stand an, welcher entscheiden sollte, in welchen Kurs ich später lande. Von meinem Gefühl her lief es nicht supergut, war aber auch keine Katastrophe.
Am Nachmittag war ich dann noch auf einer Welcome Party in der Nähe vom Tokyo Tower. Mit einem anderen deutschen Studenten aus Dresden zog ich dann noch durch die Gegend. Unter anderem zu einem Tempel, zum Pokemon-Center Tokyo und zum Hamarikyu-Park.
Tokyo Tower von der Dachterasse des Mita-Campus
Tokyo Tower
Hamarikyu-koen
Im Hintergrund zu sehen: die Rainbowbrigde, allerdings nicht sonderlich farbenfroh

Am Mittwoch war dann noch die Entrance Ceremony. Für diese Veranstaltung war ein Semi-dresscode vorgesehen. Ohne Anzug ausgestattet, zog ich also ein Hemd an und ne schwarze Jeans. Nicht nur im Vergleich zu den Japanern, sondern auch gegenüber einigen Austauschstudenten kam ich mir dann aber doch ziemlich underdressed vor. Die mit Anzug waren aber auch aus Wirtschafts- und Rechtsfächern. Wir Geisteswissenschaftler haben da nunmal nicht so strenge Normen. Nunja, zumindest bin ich jetzt im Besitz der Keiohymne, damit kann ich meinen Gastvater ärgern *hehe*. Er ist nämlich von der Waseda, und die ist mit der Keio im Wettstreit um den Ruf als beste Privatuni Japans. Das zeigt sich auch daran, dass es im Oktober extra noch ein Baseballspiel zwischen diesen beiden Universitäten geben wird, wofür wir sogar frei bekommen.
Im Anschluss haben viele Studenten noch Fotos von sich mit dem Entrance Ceremony-Plakat machen lassen. Mag daran liegen, dass ich schon mal an der Keio war, aber ich empfand das nun nicht als so besonders. Ich lernte jedenfalls noch zwei andere deutsche Studentinnen kennen, mit denen der Dresdner von gestern und ich noch in die Mensa gingen. Mensaessen ist übrigens für japanische Verhältnisse ähnlich günstig wie in Deutschland und schmeckt dafür auch ganz gut. Von einer habe ich dann erfahren dass mein Iphone auch in Japan funktioniert. Nach etwas googlen fand ich dann auch heraus wie das funktioniert und siehe da, es funktioniert wirklich. Allerdings werde ich diese Funktion nicht eingeschaltet lassen da sie auch mehr Strom verbraucht. Im Notfall kann ich mich jedoch auch darüber mitteilen.
Am Abend ging es dann noch zum Goethe-Institut wo ich vielleicht den Spieleabend betreuen soll. Für den Weg zum Asakusa Bahnhof, von wo aus ich mit der Ginza-Linie bis nach Aoyama-Ichome fahren kann, habe ich jedoch ziemlich lange gebraucht und ihn letztendlich auch nicht gefunden. Stattdessen bin ich irgendwann bei nächsten Haltestelle der Ginza-Linie angekommen und dort eingestiegen. Auf dem Weg hatte ich noch ne tollen Blick auf den Sky Tree:

Anscheinend bin ich aber doch noch rechtzeitig angekommen. Von David, einem Kommilitonen aus Halle, der dort gerade Praktikum macht und über den ich überhaupt erst dazu gekommen bin, hat mir dann noch etwas eingewiesen und dann gings auch schon los. Zum Goethe-Institut kommen (hauptsächlich) Japaner, die Deutsch lernen/können. Dementsprechend ist allgemeine Umgangssprache auch Deutsch. Nur wenn jemand noch nicht so gut im Deutschen bewandert ist, wird auch mal auf Japanisch gewechselt. Wir spielten jedenfalls Siedler von Catan, wofür ich mir vorher noch ne interaktive Spieleinführung im Internet angesehen habe. Im übrigen war dies der erste Spieleabend, sozusagen die Premiere, sodass es auch noch nicht 100%ig feststeht, ob es überhaupt fortgesetzt wird. Aber es kamen recht viele Leute und es hatten denke ich alle Spaß, sodass es wahrscheinlich fortgeführt wird. Auf der Rückfahrt bekam ich dann mit, dass der Asakusa-Bahnhof nicht dort ist, wie meine Karte es angezeigt hat. Er war nämlich weiter im Osten, wahrscheinlich wegen dem Sky Tree. Nunja, da der Sensoji-Tempel praktisch auf dem Rückweg lag und es dunkel war, macht ich noch ein paar Fotos:
hübsche Pagode
Tagsüber ist hier soviel Trubel, nachts jedoch ist kaum etwas los
Am Donnerstag erfuhr ich das Ergebnis meines Test: Level 3. Da ich mir zuvor schon die Kursbeschreibungen durchgelesen habe, war ich etwas enttäuscht. Ich hatte zumindest gehofft, in level 4 reinzukommen, da aber dieser Stufe der Intermediate Bereich anfängt. Es besteht allerdings auch noch die Möglichkeit, über einen weiteren Test in die nächsthöhrere Stufe zu kommen. Die Chance werde ich auch nutzen. Am schlimmsten hat es mich aber auch nicht erwischt. Nachdem wir nämlich alle unser level entsprechend aufgeteilt wurden, saß ich neben einer, die den JLPT 2 schon bestanden hatte. Das ist mindestens lvl 8! Keine Ahnung was da schief gelaufen ist.
Am Nachmittag ging ich dann noch zur Post, wo ich tatsächlich ohne Limit 100.000 Yen abholen konnte. Meine Suche nach einem Prepaidhandy blieb jedoch erstmal erfolglos. Zuhause angekommen, fuhr mich mein Gastvater nach einigen Herumtelefonieren zu einem Softbankshop, der auch Prepaidhandys verkauft. Und nun hab ich ein schwarzes Phone zum Aufklappen mit japanischer Mailadresse.

 

Wen es interessiert: 08094403033 (japanische Landesvorwahl ist +81)
markus.tsukiyo@softbank.ne.jp

Nebenbei ist das hier übrigens noch meine aktuelle Adresse:

2-16-6 Nihonzutsumi, Taito-ku, Tokyo, Japan
Nagaya (so heißt die Familie) sollte man vielleicht zusätzlich noch angeben, wenn man mir schreiben will




Auf dem Rückweg fuhr mich mein Gastvater extra noch zum Solamachi, ein Einkaufscenter am Fuße des Sky Tree, damit ich ein gutes Bild von ihm machen kann. Auf dieser Entfernung hat er jedoch nicht gänzlich mehr raufgepasst.
 
Freitag, also heute, war morgens noch mein Interview mit Frau Murata. Das Ergebnis meines Test spiegelt wahrscheinlich mein letztes Jahr Japanischlernen wider, nämlich Selbststudium. Da sich hierfür Vokabeln und Kanji am besten anbieten, hatte ich im Reading-Teil knapp die Hälfte aller Punkte. Expression und Listening war jedoch nicht so gut. Frau Murata hat mir jedenfalls noch geraten, dass ich den Test für das höhere lvl nehmen soll und noch ein paar Hinweise gegeben.
Den Rest des Tages habe/werde ich dann mit Erholung verbracht/verbringen.



Sonntag, 16. September 2012

Haus und Umgebung

Inzwischen habe ich mich nun schon ganz gut hier eingelebt. Ich schlafe besser, habe auch mehr Appetit und kenne mich schon besser in der Umgebung aus.
Fangen wir mal beim gestrigen Tag an. Den Vormittag habe ich mit lernen und im Internet zugebracht, das ist nicht so spannend. Am Nachmittag bin ich dann durch die Umgebung gezogen, erst nach Asakusa und anschließend nach Ueno. Abgesehen davon, dass ich in Ueno im Yamashiroya (ein Laden für Anime, Manga, Videospiele, Modellbau, etc.) war, wo ich aber auch nichts gekauft habe, bin ich eigentlich nur herumgelaufen und habe Fotos gemacht.
Asakusa Hozomon mit Sky Tree im Hintergrund

Tanuki




Beim roten Punkt wohne ich, links ist Ueno und rechts Asakusa und Sky Tree


Kaminarimon Asakusa







das Gebäude mit der goldenen "wieimmermanesauchnennenmag" gehört irgendeiner Bierfirma
Ueno Bahnhof
 

das habe ich ganz versteckt gefunden

Für den Abend haben mich meine Gasteltern zu einem Koto/Shakuhachi-Konzert (traditionell japanische Instrumente) eingeladen. Julia könnte ich auch noch dafür gewinnen. Das Konzert fand ich einem japanischen Garten statt. Allerdings war es schon dunkel, sodass wir nicht viel davon erkennen konnten.

links ist das Koto

und rechts das Shakuhachi

am Koto: Terai Yuiko, am Shakuhachi: Kuroda Seikyo


Das Konzert hat etwa 1h gedauert und war wirklich sehr schön. Nebenbei wurde auch noch etwas zu den Instrumenten gesagt, aber davon habe ich nicht alles verstanden.


Den heutigen Tag habe ich auch recht viel mit lernen verbracht, immerhin ist am Dienstag mein Einstufungstest für den Japanischkurs. Allerdings kam die zweite? Tochter meiner Gasteltern zu Besuch, samt Mann und 2-jährigen Sohn, was mich etwas davon abgehalten hat. Dem Kleinen war der große Blonde Gaijin etwas unheimlich, aber die mitgebrachten Haribo konnten ihn wohl davon überzeugen, dass er keine Angst vor mir haben brauch.^^
Das ist der Kleine, Takaharu heißt er übrigens.

Ansonsten habe ich noch ein paar Fotos von der Wohnung gemacht:

mein Bett

Schreibtisch und Schrank, wobei ich diesen nicht nutzen kann, da er voll ist.

Klimaanlage und Ventilator dürfen natürlich nicht fehlen.
 

Tatamizimmer

Balkon vom Tatamizimmer

Tokonoma          



Flur 2. Etage, rechts die Tür führt in mein Zimmer

Treppe, ziemlich schmal

Wohnzimmer

kleiner Garten

Flur 1. Etage

so sieht es von außen aus

das Fenster gehört zu meinem Zimmer

Eingangsbereich, natürlich sind hier die Schuhe auszuziehen

Freitag, 14. September 2012

Freitag

Der Tag ging schon mal gut los damit, dass gegen halb 3 ein kleines Erdbeben war, wovon ich wach geworden bin. Danach konnte ich erstmal  ne ganze Weile lang nicht wieder einschlafen, nicht weil mir das Erdbeben sorgen gemacht hat, sondern weil es auch nachts noch sehr schwül ist.
Nunja, heute habe ich mich daran versucht, bis zum Bahnhof Uguisudani zu gehen und von dort bis nach Tamachi zu fahren. Das ist die günstigste Variante und ich möchte diese dann auch als Monatsticket nehmen (ein Monatsticket kann man für eine bestimmte Strecke von A nach B erwerben, sie gelten nicht für eine Zone).
An der Uni fand die Eröffnungsfeier des Sprachkurses statt, die ca. eine halbe Stunde dauerte. Die war nun nicht so wirklich spannend und anschließend war dann nochmal eine Einführungsveranstaltung für die, die gestern nicht daran teilgenommen haben. 1 1/2 h später sollte dann noch eine Orientierungsveranstaltung für internat. Studierende sein. Also saß ich mit ein paar anderen draußen auf dem Mitacampus und wartete bis diese begann. Dabei lernte ich dann zwei Deutsche kennen, die beide in einem Keiowohnheim hausen (was wohl die meisten Teilnehmer am Sprachkurs machen).
Die Orientierungsveranstaltung war an sich ok. Es wurde zwar fast nur das gesagt, was in einem Heft, welches alle bekommen haben, bereits steht, aber ob man sich das dann immer auch alles durchliest ist eine andere Sache. Die wichtigsten Informationen daraus wurden dort jedenfalls zusammengefasst.
Nach der Veranstaltung ging ich dann noch in die Mensa. Da es meine Gastmutter mit dem Essen recht gut meint, hatte ich nicht wirklich viel Hunger, sodass ich mich mit Reis und frittiertem Huhn begnügt habe. Zwar habe ich mich etwas mit einigen anderen Teilnehmern vom Sprachkurs unterhalten, aber ich merke schon, dass ich mit denen wohl nicht soviel zu tun haben werde. Dadurch, dass sie nun mal viel mehr mit den anderen aus ihrem Wohnheim machen, habe ich schon etwas den Anschluss verloren. Aber das ist nicht weiter schlimm, da ich eigentlich genug Leute hier in Tokyo kenne. Und vielleicht ändert sich ja noch was wenn erstmal der Sprachkurs richtig beginnt.
Auf dem Weg zurück habe ich noch in einem Softbankgeschäft vorbei geschaut um mir ein Prepaidhandy zu kaufen. Das macht sich denke ich besser als eines mit Vertrag, da diese eine Mindestlaufzeit (von 1 oder 2 Jahren) erfordern. Allerdings war die Filiale nicht groß genug, sodass sie keine da hatten. Ich wurde aber freundlich darüber informiert, wo ich denn welche kaufen könnte.
Zurück zu Hause habe ich meinem Gastvater noch erklärt, dass ich mich noch beim Ward Office anmelden muss und mir ein Prepaidhandy kaufen möchte. Nach etwas herumtelefonieren, hat er herausgefunden, zu welchem Office ich muss und, dass in einem nahegelegenen Softbankshop in Asakusa (welcher mir vorher nicht genannt wurde) auch Prepaidhandy verkauft werden. Das Problem war allerdings, dass ab 16:00 wohl die Vorbestellungen für das neue Iphone möglich seien und daher lange Wartezeiten zu erwarten wären (es war etwa 14:45). Mein Gastvater hat mich daher gleich zum nächsten Ward Office gefahren. Allerdings war im Gebäude wohl gerade eine Kongresssitzung und Renovierungsarbeiten wurden auch noch gemacht, sodass das sonst leere Parkhaus ziemlich voll war und wir etwa 20 min warten mussten um rein zu kommen. Die Straßenführung dahin fand ich überraschender Weise recht übersichtlich. Zumindest wenn man Linksverkehr gewohnt ist.^^’
Zusammen mit meinen Gastvater war die Anmeldung nicht allzu schwer, allerdings hatten wir bereits soviel Zeit verloren, dass wir es nicht mehr vor 16:00 zu einer Softbankfiliale geschafft haben. Auf dem Weg zurück sind wir an zweien vorbei gefahren, die auch wirklich schon ziemlich voll waren. Ich muss dann wohl noch bis nächste Woche warten, bis ich mir ein Handy besorge.
Ansonsten war der Tag nicht weiter spannend. Morgen Abend fahre ich mit meinen Gasteltern zu einem Shakuhachi-Konzert. http://de.wikipedia.org/wiki/Shakuhachi
Mal schauen wie das wird.^^

Donnerstag, 13. September 2012

Wieder in Japan



Zum zweiten Mal hat es mich nun wieder nach Japan verschlagen. Diesmal bin ich für ein halbes Jahr hier. Ich werde an der Keio Universität mein Japanisch etwas aufbessern und hoffentlich noch ne Menge vom Land sehen. Weiterhin setze ich auch meine Forschung über die Kamon fort.

Vorab erstmal etwas zum Flug. Am Dienstag den 11. September ging es 14:05 von Berlin aus los. Wieder mit Aeroflot fliegend, hatte ich einen Zwischenstopp in Moskau und kam am nächsten Tag 11:00 Ortszeit in Tokyo Narita an. Bis auf eine Verspätung von 40min von Moskau nach Tokyo lief alles gut. Interessant war während des Fluges zu sehen, wie die Sonne aufging. Da mein Fenster nach Norden zeigte, konnte ich sehen, wie es, bedingt durch die Schräglage der Erdachse, im Norden am Horizont hell wurde, während es im Nordwesten und überhaupt im Süden noch stockdunkel war.


Beim Immigration Office am Flughafen lernte ich auch bereits meinen ersten Kommilitonen von der Keio kennen. Er sprach mich zwar auf Deutsch an, ist aber ein Pole aus Danzig. In der Schule hatte er Deutsch gelernt und will auch in Japan sein Deutsch verbessern. Wie ich auch nimmt er am Japanese Language Program teil.
Nachdem ich meine Residence Card erhalten hatte, ging es dann mit der Keisei Main Line nach Ueno und von dort mit der Hibiya Line nach Minowa. Von dort aus fand ich dann nach etwa 15 min mein neues Heim für die nächsten Monate. An der Tür empfing mich mein Gastvater. Er zeigte mir auch gleich mein Zimmer, wovon ich demnächst noch ein paar Bilder hochstellen und auch näher beschreiben werde. In Tokyo ist es übrigens noch ziemlich heiß weswegen ich ziemlich verschwitzt angekommen bin. Daher nahm ich gleich erstmal ne Dusche und gönnte mir daraufhin noch etwas Schlaf. Als ich etwas ausgeruhter war, gesellte ich mich nach unten, da inzwischen auch meine Gastmutter von ihrer Arbeit nach Hause gekommen war. Bei dieser Gelegenheit überreichte ich zugleich meine Gastgeschenke, Halloren aus Halle^^ Bald gab es dann auch Abendbrot, natürlich typisch Japanisch mit Reis, Misosuppe, frittertes Rinder- und Schweinefleisch gemixt, frittierte Tintenfischringe sowie Kartoffeln mit Karotten, Schwein und Sojasoße. Letzteres wurde mir als typisch japanisches Familiengericht vorgestellt, was Japaner meines Alters wohl nicht mögen sollen. Ich fand es dagegen von allen Sachen am leckersten. Naja. Den Abend verbrachte ich dann noch mit meinen Gasteltern und im Internet.
Am nächsten Morgen (also heute) musste ich zur Orientierungsveranstaltung zum Mitacampus, wo auch mein Japanischunterricht stattfinden wird. Die Nacht war etwas kurz, da ich wohl vom Jetlag nicht allzu schnell einschlafen konnte und die Hitze ihr übriges beitrug. Aber irgendwann schlief ich auch ein. Zum Frühstück gab es Toastbrot, Eier und Würstchen, die aus Fisch gemacht sind. Ja ihr lest richtig, aus Fisch waren die Würstchen. Hätte mir das mein Gastvater nicht gesagt, hätte ich sie für normale Würstchen gehalten. Mein Gastvater brachte mich dann noch zum nächstgelegenen Bahnhof (Minamisenju), von wo es dann über die Joban Line erst nach Ueno und über die Yamanote Line weiter nach Tamachi ging. Gleich der erste Zug war gerappelt voll und ich fühlte mich wie in einer Sardinendose. Zum Glück stiegen die meisten aber eine Haltestelle für Ueno aus. Danach hatte ich schon befürchtet, dass die Yamanote Line ähnlich voll sein würde, aber es hielt sich in moderaten Grenzen.
Der erste Punkt der Orientierungsveranstaltung war die Selbstvorstellung. Während die Angestellten des Student Office begannen sich vorzustellen, fragte ich mich, ob wir uns auch vorstellen müssten. Ich hielt es jedoch für unwahrscheinlich, dass sich 135 Studenten noch extra einzeln vorstellen sollten. Wieviel Zeit das doch verschlingt! Wir müssten uns doch vorstellen… Nach unserer Uni geordnet sollte jeder nach vorne kommen und seine Selbstvorstellung vortragen. Englisch oder Japanisch war dabei egal. Die meisten haben sich auf Englisch vorgestellt. Nachdem ich mir beim Warten meine Sätze zurecht gelegt hatte und mir sicher sein konnte, diese auch im nervösen Zustand herausbringen zu können, habe ich mich auf Englisch und Japanisch vorgestellt. Danach bekam ich dann meine Unterlagen. Der Pole, den ich am Flughafen getroffen hatte, war übrigens auch da. Allerdings kommt er von einer englischen Uni. Anschließend stellte sich noch der Kosmic-Zirkel der Uni vor, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, internationale Studenten zu unterstützen und Kontakte zu vermitteln. Bei der Präsentation war übrigens auch ein Foto dabei, wo Katha, Shizuka und Kyohei drauf zu sehen waren. ;) In Gruppen aufgeteilt führten uns die Mitglieder nun noch über den Mitacampus und erklärten, wo was zu finden sei. Gegen 12:00 war das dann auch vorbei und ich machte mich erstmal wieder nach Hause auf. Zum einen war ich noch etwas müde und bei der Hitze wollte ich auch nicht viel länger draußen sein. Nach der Fahrt in der kühlen Bahn änderte sich jedoch meine Meinung und ich beschloss, nachdem ich wieder in Minamisenju angekommen war, zum nahegelegenen Fluss zu gehen, um von dort ein Bild vom Sky Tree zu machen. Der Sky Tree ein Funkturm, der den Tokyo Tower in seiner Funktion ablöst. Gleichzeitig ist er das höchste Gebäude Japans und zweithöchstes der Welt. Bei meinem letzten Aufenthalt war er jedenfalls noch in den Bauphase.
Tokyo Sky Tree und der Fluss Sumida

Der Weg zurück stellte sich als etwas schwieriger heraus als angenommen, da ich nicht die Straßen fand, an denen ich mich orientieren konnte. Den richtigen Stadtteilabschnitt (丁目) habe ich gefunden, aber für den richtigen Häuserblock hat es eine Weile gedauert. Da ich auch anscheinend wohl etwas verirrt aussah, haben mich einige Japaner angesprochen und mir beim Suchen geholfen, wodurch ich es auch letztendlich gefunden habe.
Am Abend kam noch die bereits ausgezogene Tochter meiner Gasteltern zu Besuch, mit der ich mich auch etwas unterhielt. Ich kann eigentlich jetzt schon sagen, dass sich der Aufenthalt in der Gastfamilie wirklich lohnt, da ich wirklich jeden Tag Japanischen sprechen MUSS. Im Wohnheim wäre das sicherlich nicht so ohne weiteres möglich, wenn es nicht gerade voller kontaktfreudiger Japaner ist. Über den Hinweis, dass ich bereits meine „Miete“ zahlen könnte, bin ich am Abend noch zum ATM im Conbini um die Ecke gegangen um Geld zu holen. Zu meiner Verwunderung hatte ich jedoch ein Limit von 10000 Yen (95000 muss ich zahlen) auf meiner EC-Karte. Beim letzten mal war das nicht so O.o Auch die Kreditkarte wollte nicht herausspringen lassen. Vielleicht muss ich eine andere Accountart wählen, andernfalls muss ich wohl mal meiner Bank ne Mail schreiben, was da schief läuft. Ich werde es morgen einfach noch mal probieren.
Das wars dann erstmal für heute.