Der letzte Eintrag ist nun wieder eine Weile her und ich möchte euch von drei Ausflügen berichten.
Zum einen vom einem Schreinfest ist der Nachbarschaft, welches um Mitternacht begann, dann noch ein Ausflug zum Kaiserpalast in der Nähe vom Tokyoter Bahnhof und zum anderen Tempel, Schreine und Friedhöfe in und um Ueno.
Das Schreinfest ging den ganzen Tag von 0:00 bis 24:00 Uhr. Meine Gasteltern meinten allerdings, dass es nachts am schönsten sei, also sind wir gleich zum Beginn hingegangen. Außerdem war eine Tochter meiner Gasteltern auch gerade da und sie konnte nur diese Nacht hingehen.
Auf dem Fest gab es einige Imbissstände sowie zahlreiche Verkaufstände für Kumade, Glücksbringer die für Reichtum sorgen sollen und deshalb vor allem von Chefs mittelständischer Unternehmen gekauft werden. Immer wenn jemand einen solchen Kuma gekauft hat, haben Verkäufer und Käufer (die Käufer waren meist in Gruppen unterwegs) in einem bestimmten Rhythmus in die Hände geklatscht. Je größer (und teurer) das Kumade, desto enthusiastischer waren die Verkäufer.
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| Imbissstände |
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| Kumade |
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| Laternen der ganzen Sponsoren des Festes |
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| natürlich muss es auch ein Hello Kitty Kumade geben... |
Nach dem Gebet haben mich meine Gasteltern allein das Fest erkunden lassen. Da die Stände jedoch so ziemlich alle das gleiche angeboten haben, war ich relativ schnell durch. Ich hätte zwar auch gerne ein solches Kuma gekauft, allerdings sahen diese nicht danach aus, eine Flugreise überstehen zu können. Also habe ich mich mit einem Totoro-Lolli begnügt.
Da ich nun relativ schnell durch war und auch früh aufstehen musste, bin ich auch gleich darauf nach Hause gegangen, natürlich in gewohnt deutschem Tempo. So war ich vor meiner Gastfamilie zu Hause. Offensichtlich haben sie jedoch nicht gemerkt, dass ich wieder da bin und haben, als ich anscheinend immernoch nicht zu Hause war mit dem Fahrrad nach mir gesucht. Zwar haben sie mich auch versucht anzurufen, aber da habe ich wohl schon tief und fest geschlummert. ^^'
Nachdem sie dann wieder zurückgekehrt sind, haben sie schließlich auch meine Schuhe bemerkt...
Als sie mir das am nächsten Morgen erzählt haben, hatte ich ja schon ein schlechtes Gewissen...^^'''
Der Kaiserpalast ist in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Schloss Edo erbaut worden, in dem bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch die Tokugawa Shogune residierten. Der Palast ist umgeben von einer Parkanlage, die für jeden öffentlich zugänglich ist. Da die Station Tokyo auf meinem Uniweg liegt, kann ich dort praktisch kostenlos hinfahren.
Ich lasse mal die Bilder sprechen
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| Tokyo Bahnhof |
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| Palastgarten - schön bunt |
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| Palast |
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| Hab vergessen wie er heißt |
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| sieht man zwar nicht so gut, aber ich hab nur ein T-Shirt an...Mitte November... |
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| Kois schwimmen da auch herum |
Nun noch zu Ueno
Ich hatte für diesen Tag vor mir den Yanaka-Friedhof anzuschauen und
auch die Friedhofsverwaltung zu meinem Forschungsprojekt Kamon zu
befragen. Der Friedhof liegt in der Nähe von Ueno, eigentlich schon
näher an Nippori. Auf dem Weg dahin ging ich noch an einem weiteren
Friedhof vorbei, welcher direkt neben dem Bahnhof Uguisudani, von dem
aus ich jedes Mal zur Uni fahre, liegt. Allerdings war dieser nur für
Leute die ein Grab besuchen wollten zugänglich. Nur das Mausoleum von
Tokugawa Tsunayoshi konnte man besichtigen.
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| Kamon der Tokugawa-Familie "Maruni Mitsu Aoi" - drei Malvenblätter im Ringe |
Weiter auf dem Weg lief ich noch an zwei Tempeln vorbei.
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| Glocke auf dem Gelände des Kaneiji |
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| Übersicht vom Ueno Park - unten links ist meine Station Uguisudani |
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| Der zweite Tempel, hauptsächlich ein Friedhof |
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| die Karte steckte in dem "Secret Pocket", scheint wohl für ne Schnitzeljagd von Finnen zu sein |
Hier war ich nun am Yanaka Friedhof. Das interessanteste ist hier wohl das Grabmal von Tokugawa Yoshinobu, dem letzten Shogun Japans:
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| da möchte wohl wer westliche Kultur |
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| und mal wieder das Tokugawa-Kamon |
Nach dem herumschlendern über den Friedhof (ich hab nicht alles geschafft, für Tokyoter Verhältnisse ist der riesig) bin ich noch zur Verwaltung gegangen, in der Hoffnung, dass sie mir ein paar Fragen beantworten könnten. Bei meinem letzten Aufenthalt hatte ich mit dem Verwalter eines kleineren Friedhofes gesprochen, der einiges über Kamon wusste. Allerdings hatte diesmal der Mann mit dem ich gesprochen hatte so gar keine Ahnung. Er meinte irgendwas davon (wen ich ihn denn richtig verstanden habe), dass sie als Friedhofsverwaltung keine Beziehung zu Kamon hätten. Dabei ist auf 90% aller Grabsteine eines drauf...
Naja, als ich meinen Gasteltern davon berichtete haben sie nur ungläubig geguckt und gelacht.
Muss ich es vielleicht lieber bei einem Steinmetz für Grabsteine versuchen...
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| Das habe ich noch auf dem Rückweg gesehen. Ich fand es ganz hübsch. Uguisu heißt übrigens Nachtigall. Tani (Dani) heißt Tal. Das erklärt die Motivwahl. |
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Wow, wenn man das so ließt/ sieht bekommt man richtig Lust auch hinzufliegen! =) Die Bilder vom Park vom Kaiserpalast erinnern einen schon ein bisschen daran, wie der Herbst eigentlich aussehen sollte... ohne das düstere Grau.
AntwortenLöschenUnd der Friedhof wirkt auch gar nicht so gruselig, wie man immer denkt.
Es freut mich, dass es dir gut geht und du viel erlebst. (Und hey, ein Totoro-Lolly *____*)
^^